Christiane Schauder und Günter Minas ©Ullrich Knapp
Christiane Schauder und Günter Minas ©Ullrich Knapp

Die Unermüdlichen

Von Yvonne Kirchdorfer

 

Christiane Schauder und Günter Minas haben sich eine Alltagstextur geschaffen, in der Beruf(ung), Freizeitinteressen und Sozialleben zusammenfließen: Beide vernetzen Kulturschaffende. Beide konzipieren spartenübergreifende Kulturprojekte. Der häusliche Balkon oder Schauders Atelier dienen ihnen ebenso als Kulturort wie das Staatstheater Mainz, dies auch als Bühne für eigene Werke und Auftritte.

 

Wir reden von einer bemerkenswerten Melange an unermüdlicher Kulturarbeit über Jahre hinweg, einem ganz privaten „Fluxus“, der in Mainz seit Jahrzehnten eine Welle schlägt – und mittendrin steht das Paar als Kunstwerk seines eigenen Schaffens.


Wir befinden uns in einem offenen Holzpavillon im Botanischen Garten der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Rankenbewuchs zaubert Licht- und Schattenspiele und schirmt die sommerliche Hitze angenehm ab. Zwischen Blumenrabatten und Streuobstwiese lässt es sich an diesem Tag wie auf Bali plaudern. Wenige Meter entfernt formiert sich gerade die Fotoausstellung „Haut der Bäume“ eines Mainzer Fotografen, die später von Christiane Schauder und Günter Minas eröffnet werden soll. Wie ein junges Mädchen springt Schauder geschäftig zwischen Interviewtisch, Mitwirkenden und Staffeleien hin und her. Günter Minas, der sich unprätentiös „Minas“ nennt, blättert in Unterlagen, wirkt ruhig und sortiert – selbst Spontaneität scheint bei ihm eine wohlüberlegte Angelegenheit. Sein Anzug über dem elegant-weißen Hemd hält den subtropischen Temperaturen aus unerfindlichen Gründen stand. In Kürze wird er die Ausstellung mit einer Rede eröffnen. Höchste Zeit, mit den beiden in ihre Arbeit für die Mainzer Kulturszene einzutauchen.

Unermüdliches Kulturengagement –
mit spartenübergreifendem Interesse

Ein roter Faden lässt sich dabei kaum finden, denn unzählige Ausstellungen und Projekte gehen auf das Konto des Paares: Zum Beispiel erfanden und kuratierten sie die Kunstbiennale in der Mainzer Neustadt. Ein besonders lieb gewonnenes „Baby“, wie Schauder sagt, seien auch die „BAL/KON/ZERTE“ im eigenen Zuhause, bei denen die Zuschauer*innen im Garten sitzen – eine Idee, die während Corona entstand und die sie darüber hinaus weiterführten. Beide engagieren sich für Theater und den „Förderverein tanzmainz“. Schauder wirkt international in Frauenservice-Clubs mit wie auch als Vorsitzende des kommunalen Kinos „CinéMayence“ oder in der Arbeitsgruppe Rheinland-Pfälzischer Künstler (ARK) … – es lässt sich überhaupt nicht alles auf- und erzählen. Das Mäandern zwischen Institutionen und Projekten sorgt bei dem Paar für einen schier unerschöpflichen Pool an Kontakten, denen sie Auftritte in Schauders Atelier in der Stiftstraße ermöglichen. Dort bekochen die beiden sogar regelmäßig Künstler*innen und Gäste und sorgen für Austausch an einer langen Tafel. „Wir verbinden Menschen und Felder, die es sonst nicht gäbe“, sagt Minas.

Unermüdliche Bereicherung der Mainzer Kulturszene – durch „gleich gepoltes“ Miteinander

Dadurch, dass die beiden alle Kultursparten in Mainz überblicken, erkennen sie sofort, was gut umgesetzt werden kann, wo Potenziale bestehen und womit sich bestehende Kulturveranstaltungen bereichern ließen. „Die Leute vertrauen uns und auch was Zuschüsse betrifft, ist noch nie etwas schiefgelaufen. Wir schließen alles mit einer schwarzen Null ab“, beteuert Minas. Das Paar lernte sich 1987 bei einem Wochenendseminar zum Thema „Kunst und Film“ kennen – kaum vier Wochen später zogen sie zusammen. Für das Bewegen der Mainzer Kulturszene wurde ihnen 2018 sogar die Gutenberg-Plakette als höchste kulturelle Auszeichnung der Landeshauptstadt verliehen. Von Beginn an verband beide das spartenübergreifende Kulturinteresse und der Impuls, „Kulturschaffende zu vernetzen und zu vermitteln“. Daneben verfolgen beide ihre eigenen Sujets, so wie Minas seine Schriftstellerei oder Schauder ihre Malerei. Die Berührungspunkte in Sachen Kultur existierten schon, bevor sich Schauders und Minas Wege kreuzten, zum Beispiel, was die Liebe zu Film und Musik betrifft. Beide schätzten auch stets neue Impulse und Bekanntschaften aus dem Kulturkosmos. Das Miteinander als Paar zieht sich insofern durch alle Lebensbereiche. Das Arkanum? Minas bringt es auf den Punkt: „Wir sind gleich gepolt.“  

Kulturproduzent Minas: kreativer Pragmatismus

Der Ex-Flensburger Minas ist Diplom-Psychologe und agierte zuvor kulturell in Berlin, ähnlich wie die Künstlerin Schauder es parallel in Mainz tat. Seit 1982 besteht seine zentrale Arbeit aus der Vernetzung regionaler Kulturschaffender, ob für Ausstellungen, Filmprogramme, Lesungen oder Vorträge. Er selbst sieht sich als „Kulturproduzent“, wird zumeist nicht direkt beauftragt, sondern entwickelt Ideen, für die er Kulturorte und Finanziers sucht und zusammenbringt. Daneben schreibt er vorwiegend Texte, darunter Artikel, Buchbeiträge oder Reden und ist Sprecher des Kunstbeirats der Stadt Mainz. Neben der kreativen Tätigkeit übernimmt er auch den kaufmännischen Part, während Schauder lieber „Kontakte knüpft und querverbindet“. „Minas ist der etwas formellere Part von uns beiden“, erklärt sie. „Ich bin froh, dass er auch Buchhaltung und Administration für uns erledigt“. „Christiane benötigt außerdem immer noch Zeit für ihre Kunst“, fügt Minas hinzu. So sind die beiden nicht nur ein „gleich gepoltes“ Gespann, sondern eines, das sich bezogen auf Aufgabenschwerpunkte ergänzt. Dies habe sich über die Jahre auf natürliche Weise eingespielt.

Künstlerin Schauder: monochrome Materialvielfalt

Christiane Schauder kam aus dem Hunsrück für ein Kunststudium nach Mainz und an die Frankfurter Städelschule. In ihrer Biographie reihen sich Reisen und Arbeits- und Bildungsaufenthalte in fremden Ländern aneinander, ob nach Burma, Taschkent, Usbekistan, Aserbaidschan oder China. Ihre zumeist monochromen, gegenstandslosen Bilder stehen im Gegensatz zum schillernden Kosmos der von ihr erdachten Kulturprojekte. Auf der Leinwand reduziert sie sich auf klare Mischtechnik-Collagen aus Upcycling-Materialien, Letzteres nicht zuletzt als Testimonium gegen die Überflussgesellschaft. Es sind die diversen Schichtungen, Strukturen und Überlagerungen, die das Sensorium des Betrachtenden beflügeln sollen und im jeweiligen Material ihren Niederschlag finden. Auf diese Weise entstehen kontrastierende Bilder ohne Hierarchie, die erst nebeneinander ihre volle Wirkung entfalten. Die auf den ersten Blick schlichten Einzelwerke reihen sich zu modularen, mehrteiligen Serien wie „Die Farben des Ostens“, in denen Schauder persönliche Assoziationen verarbeitet. Auf mehreren Bildern abstrahiert sie die Verheißungen der östlichen Halbkugel wie farbenfrohe Kostüme oder die überbordende Ornamentik orientalischer Mosaiken.


Unermüdlicher sozialer Einsatz –

von Regisseurinnen bis Soloauftritt

„Es gibt immer wieder etwas zu entdecken“, sagt Schauder. Das gilt nicht nur für das Betrachten ihrer Werke. Ebenso facettenreich gestaltet das Paar die Kulturwelt um sich herum, dies durchaus auch mit Vorliebe für dieselben Sparten. So arbeitete Minas beispielsweise Jahrzehnte für Filmfestivals und kommunale Kinos, während Schauder vor rund 40 Jahren das Mainzer CinéMayence mitgründete – ein Kommunales Kino, dessen Verein sie bis heute vorsitzt. Sie ersann außerdem den rheinland-pfälzischen Filmförderpreis „SI STAR“, der Regisseurinnen auszeichnet, die mit ihrer Arbeit zu mehr Repräsentation und Geschlechtergerechtigkeit beitragen. Für ihr Engagement verlieh das Land Rheinland-Pfalz 2014 Schauder die Verdienstmedaille. Spätestens beim sozialen Engagement fragt man sich, wie es in die Lebenszeit der Künstlerin passen möge, denn sie setzt sich überdies für „menschliche Einzelfälle“ ein, darunter eine palästinensische Medizinstudentin, für die sie eine Charity-Aktion organisierte, damit diese ihr klinisches Jahr in Deutschland erfolgreich absolvieren konnte. Auch bietet das Paar unbekannten Talenten eine Plattform, wie der Pianistin Antuanetta Mishchenko oder der Bassklarinettistin Ilse Schröer, die auch bei „Haut der Bäume“ auftritt.

Unermüdliche Schöpferdrang –
„3xklingeln!“ für Kunst- und Wohnungsvoyeure

Aus dem Pool an Projektideen hat sich vor allem das von beiden gemeinsam kuratierte Kunstwochenende „3xklingeln!“ etabliert, das in diesem Oktober bereits zum 14. Mal stattfinden wird (siehe S…?). Dann stellen einige Mainzer und Mainzerinnen wieder ihre Wohnungen für Konzerte, Theater, Lyrik oder Ausstellungen zur Verfügung, für einen ungewohnten Kunst- und Begegnungsrausch in Wohnzimmeratmosphäre. Inzwischen dienen auch Mainzer Geschäfte, Hinterhöfe und das Dominikanerkloster als Veranstaltungsort für „3xklingeln!“. Die Idee entwickelten Schauder und Minas 1997 in einem Biergarten am Gartenfeldplatz, als sie beim 125-jährigen Gründungsjubiläum der Mainzer Neustadt ein ausreichendes Kunstangebot vermissten. „Gerade mal sechs Wochen hatten wir Zeit, um nahezu alles ohne Etat mit heißer Nadel zu stricken“, erzählt Schauder. Minas ergänzt: „Weil ‚3xklingeln!‘ gleich zu Beginn großen Anklang fand, wurden wir quasi gezwungen, es zu wiederholen“. Nach Gastgeber*innen müssen sie nicht suchen.

Aber es geht noch weiter: Im vergangenen Jahr führte das Paar im Rahmen des Projektes „Mainz liest ein Buch“ eine Marathonlesung mit verschiedenen Stadtpersönlichkeiten durch, von der Kulturdezernentin über einen ehemaligen Staatssekretär bis zur Hochschulpräsidentin. Die vordergründig simple Idee scheint in der Umsetzung anspruchsvoll: Verschiedene Stadtpersönlichkeiten und -einrichtungen befassen sich mit dem gleichen Buch und gestalten im Anschluss ihre Exegese kreativ aus, die sie öffentlich zur Schau stellen, zum Beispiel in Form von Filmprojekten, Lesekreisen, Theaterstücken oder Vorträgen. Innerhalb von zwei Tagen hatten Schauder und Minas für „Mainz liest ein Buch“ 20 Leute zusammengetrommelt. „Das, was wir machen, ist gut und funktioniert“, sagt Minas. „Deshalb machen die Menschen, die wir fragen, auch mit“.

Herzensprojekt „Frauenlob“ –

Wein, Weib und der Gesang auf dasselbe

Der Kulturproduzent freut sich vor allem über noch unbetretenes Terrain. „Ich möchte immer etwas Neues erarbeiten und lernen.“ Eines seiner Herzensprojekte war „Frauen loben Frauenlob“ anlässlich des 700. Todestages des Mainzer Minnesängers Heinrich Frauenlob. Obwohl nach Letzterem einige Orte in der Stadt benannt sind, war über dessen Wirken wenig bekannt. Mit „Frauen loben Frauenlob“ initiierte die Stadt im Jubiläumsjahr 2018 daher diverse Kulturprojekte, die den Dichter aus verschiedenen Blickwinkeln zeigten. Die sagenumwobene Geschichte scheint es wert: Frauenlob erblickte im 13. Jahrhundert als Heinrich von Meißen die Welt. Erst dessen spätere Vorliebe für Frauen zu dichten, führte zum Künstlernamen, mit dem er zum Popstar unter den Minnesängern avancierte. Als er im Mainzer Dom ausschließlich von Frauen zu Grabe getragen wurde, so die Legende, soll der gesamte Kreuzgang „unter Wein gestanden“ haben, so viel wurde angeblich vergossen. Minas, der selbst gerne auf der Bühne steht, inszenierte für „Frauen loben Frauenlob“ unter anderem eine eigene, mittelalterliche „Revue“ im Staatstheater, bei der die Protagonist*innen das „Phantom Frauenlob“ auf der Bühne beforschten. Daneben rekrutierten er und Schauder für eine Ausstellung im Frankfurter Hof 20 Künstler*innen für persönliche Frauenlob-Beiträge, darunter die Solistin Maria Jonas, die mittelalterliche Musik zeitgenössisch interpretiert. Das Künstlerpaar und die Sängerin wurden einst durch einen in Hongkong vergessenen Schal zusammengeführt, den die beiden ihr zurück nach Köln gebracht hatten. So kreuzen den Weg des Paares immer wieder Dritte, die sich später als wertvoller Zuwachs für ihr Künstlernetzwerk erweisen.

 

Mainz bleibt Mainz –

keine Ausgewogenheit bei den Kultursparten

Ein Bild von der Kunst- und Kulturszene in Mainz lässt sich Schauder und Minas zufolge kaum zeichnen, da sich diese in der Gewichtung der Sparten sehr unterscheide. Musik und Theater seien zum Beispiel sehr gut mit Ensembles oder Chören ausgestattet. Das gut ausgelastete Staatstheater, so Minas, sei eines der Flaggschiffe in Deutschland. Hingegen erweise sich der Etat für Bildende Kunst als „nach wie vor beschämend“ – und das trotz der seit elf Jahren bestehenden Kunsthalle, die ein Gewinn auf internationalem Niveau sei. Es fehle nach wie vor, so Schauder, eine Art „Städtische Galerie“. So wanderten gute Künstler*innen weiter ab. Auch hinsichtlich der Aufführungsorte fehle raumbezogen noch etwas zwischen der Dimension der Rheingoldhalle und kleinsten Stätten. Schauder würde zudem gerne im Rheinuferabschnitt „Zollhafen“ mehr Kultur etablieren. Sie könne sich dort ein Tanzfest vorstellen.

Unermüdliche Weiterbildung –

Einsatz auch für jüdische Kultur

Obwohl das Paar vieles anstößt und in Mainz allgegenwärtig scheint, sehen sich die beiden nicht als DIE Kulturmacher vor Ort. „Wir sind diejenigen, die nur einen Teil ausfüllen, den ein anderer nicht macht“, so Schauder. Dazu gehört zum Beispiel das regionale Projekt „Artist-in-Residence“ in Worms, Mainz und Speyer – Städte, die im Mittelalter ein bedeutendes Zentrum jüdischen Lebens bildeten und infolgedessen vor zwei Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurden (Stichwort „SchUM“). Sie gründeten hierfür vor drei Jahren ein zugehöriges Stipendienprojekt, das Minas bis dato als künstlerischer Leiter betreut. Hierfür setzen internationale Stipendiat*innen aus mehreren Sparten diesbezügliche Themen unter anderem fotografisch, musikalisch, künstlerisch oder filmisch um. Ein für beide bereichernder Nebeneffekt war, dass sowohl Schauder und Minas sich inzwischen verstärkt mit jüdischer Kultur befassen und sogar einen Jiddisch-Kurs besuchen.

„Die Haut der Bäume“ ist in Szene gesetzt und die durch den Pavillon in den Ausstellungsgarten strömenden Gäste befinden sich im wahrsten Sinne in „heißer“ Erwartung. Zeit für die Eröffnungsrede, Zeit zum Aufbruch. Das Schöne für Mainz: Im nächsten Jahr steht bei dem Künstlerpaar beruflich keinesfalls weniger an, die Projekte häufen sich. So wundert es nicht, dass Minas die Frage nach dem Verrücktesten, was ihnen vorschwebe, mit „Urlaub“ beantwortet. Gut zu wissen, dass dieses kleine, feine Kulturbiotop für die Landeshauptstadt weiterhin lebendig bleibt.


Fragebogen Christiane Schauder

Als ich jung war, schien mir das Leben endlos und grenzenlos zu sein.
Meine Heimat ist der Hunsrück und der Rest der Welt.
Das größte Abenteuer meines Lebens war ein Künstlersymposium im Jahr 1990 für sieben Wochen in Aserbaidschan.
Kultur ist alles Schöpferische.
Der Sinn eines Künstlerlebens liegt im Erforschen, Entdecken und Inter­venieren, etwas Positives zum Leben hinzuzufügen.
Ich lebe in Mainz, weil es klein und groß genug, eine junge alte Stadt,
lebensbejahend und nah an Frankreich ist.
Wäre ich nicht Künstlerin, wäre ich Archäologin oder DJ.
Meine größte Freiheit ist, mit dem 49-Euro-Ticket Veranstaltungen im ganzen Land zu besuchen, wann ich will, am liebsten Konzerte und Theateraufführungen, und bei der Fahrt Zeit zum Lesen zu haben.
Mein größter Wunsch war immer, viel von der Welt zu erleben.
Wenn ich zurückblicke, sehe ich viele wichtige Begegnungen mit anderen Menschen, vor allem Künstler*innen aus allen Sparten.
Das ist Kunst: Heinrich Ignaz Franz
Biber, György Ligeti, Frank Zappa.
… und das kann weg: alles so­genannte „Volkstümliche“ und der Populismus.
Kulturschaffenden in der Region rate ich, alles wahrzunehmen, was sich bietet – viel Theater hier in Mainz! Nicht meckern, sondern machen.
In 10 Jahren will ich keine Autos mehr in der Stadt sehen.

Fragebogen Minas

Als ich jung war (also letzte Woche), da war ich auch schon Optimist.
Meine Heimat ist immer dort, wo ich lebe. Meine Wahlheimat ist aber ohne Zweifel mein geliebtes Mainz.
Das größte Abenteuer meines Lebens war und ist immer noch die Entscheidung für ein selbstbestimmtes Leben als Freiberufler.
Kultur ist unverzichtbares Lebensmittel und gleichzeitig Belohnung für alles andere.
Der Sinn eines Künstlerlebens liegt in der Erkenntnis des eigenen Potentials und seiner konsequenten Nutzung.
Ich lebe in Mainz, weil meine Frau hier schon lebte, als ich sie vor 36 Jahren traf. Da bin ich gleich aus Berlin hierher gezogen.
Wäre ich nicht Künstler, wäre ich Betriebspsychologe geblieben.
Meine größte Freiheit ist, dass ich heute entscheiden kann, was ich morgen tue.
Mein größter Wunsch war immer, mehr Zeit zu haben.
Wenn ich zurückblicke, sehe ich eine lange Reihe schöner Erlebnisse, von denen ich leider schon manche vergessen habe.
Das ist Kunst: alles, was nicht nur so tut.
… und das kann weg: Eklektizismus, Gebastel, schlechtes Handwerk, bedeutungsschwangere Botschaften.
Kulturschaffenden in der Region rate ich, sich in der Welt umzutun, bevor sie meinen, sie hier neu erfinden zu müssen.
In 10 Jahren fühle ich mich hoffentlich noch so wie jetzt.