Christa Moering und die „Künstlergruppe50 Wiesbaden“
Christa Moering und die „Künstlergruppe50 Wiesbaden“

Down under Schierstein Bridge

Von Dorothee Baer-Bogenschütz

 

Künstler brauchen Netzwerke. Für die inhaltliche Arbeit oder mehr für‘s Organisatorische. Sowie auch für die Seele. Sie fliegen hoch und jemand muss sie auffangen, wenn sie einmal fallen. Mitunter schätzen sie die Geborgenheit der Gruppe auch unter einer Brücke. In Wiesbaden und Mainz hat Gruppenbildung Tradition. Zwei prominente Künstlergemeinschaften feiern demnächst bedeutende Jubiläen.


Ach, wie schön ist Selbstbestimmtheit. Für jedes Künstlerindividuum ein zentraler Wert, der wiederum Selbstbewusstsein erzeugt – und zugleich voraussetzt. Doch mitunter ächzt die Künstlerseele unter der Last der Autonomie und ihrer Folgen, erträgt nur schwer die Eigenverantwortung, die bedrohliche Züge annehmen kann. Ein Leben lang begleiten die Künstlerexistenz Nebel und Schemen, die der Nachbar mit seinem Nine-to-five-Job nicht kennt. Der Künstler verzweifelt schon mal. Wie im Kunstbetrieb zur Geltung kommen, quälendes Konkurrenzdenken ausschalten, Ausstellungen eintüten, eine Galerievertretung finden? Wo Rat holen oder einfach nur durchsprechen, was anliegt? Jetzt wäre kollegialer Austausch prima, ein Dialog auf Augenhöhe, das ehrliche Urteil eines Gleichgesinnten oder der Weitblick einer Ateliergemeinschaft. Zentrales Thema im Künstlerdasein sind öffentliche Präsenz und Vermarktung. Kunst will Menschen erreichen, sie staunen oder nachdenklich machen, noch besser: süchtig – für immer. Nicht nur die Kunstproduktion, auch die Kunstbetrachtung kann ja eine Lebensform sein.

Netzwerke sind auf allen Ebenen wichtig. Derweil hat seit einiger Zeit das Kollektiv in der Kunst Konjunktur, das sich politischen Themen, gesellschaftlichen Forderungen oder moralischen Appellen andient oder verpflichtet sieht. Im Kollektiv organisierte Künstler realisieren projektgebunden Gruppenarbeiten oder vertreten Gruppenanliegen einzeln. Bisweilen kuratieren sie sogar andere (Künstler-)Gruppen wie das indonesische Kollektiv ruangrupa, das die jüngste documenta in den Sand setzte. Einige sind dezidiert aktivistisch unterwegs wie das „Zentrum für Politische Schönheit“, auch schon „Sturmtruppe“ genannt, oder die „Frankfurter Hauptschule“ (FHS) aus dem Umfeld der Städelschule.

Acht Freundinnen sollt ihr sein: Synergistisch statt aktivistisch tritt die internationale Gruppe „ocho“ in Erscheinung, unlängst von einem Frauenoktett ins Leben gerufen. Dessen Konzept zielt vor allem auf Sichtbarkeit. Geplant sind Gruppenausstellungen in verschiedenen europäischen Ländern: jede ein Statement. Konsequent werden Themenschauen erarbeitet. Bei Sprecherin Jutta Heun in Frankfurt laufen die organisatorischen Fäden zusammen. Begleitet werden die Präsentationen von Publikationen. Auch Bildende Kunst will sich verbal mitteilen. Literatur hat keine Alternative. Legendär im deutschsprachigen Schreib-Raum ist die Gruppe 47. Das Kunstmuseum Basel ehrt gerade die Basler Künstlergruppe „Kreis 48“ anlässlich ihres 75-jährigen Bestehens. Diese ist freilich undenkbar ohne die „Gruppe 33“: 1933 gegründet mit dezidiert antifaschistischen Intentionen.

Etwas jünger als der „Kreis 48“ ist die „Künstlergruppe50 Wiesbaden“. Die Wiesbadener Institution wurde 1950 ins Leben gerufen. Sie betrachtet sich als „informellen Zusammenschluss von Kunstschaffenden“, verzichtet bewusst auf „schriftliche Formulierungen ihres Anliegens, der angestrebten Art des Zusammenwirkens und der Aufnahmekriterien für neue Mitglieder“, mithin auf vereinsrechtliche Fixierung. Die Gruppe ist ohne Satzung und Vorstand.
Den Gründern ging es um „weitgehende künstlerische Freiheit für ihre Entwicklung“. Sie wandten sich vorrangig gegen die „Gängelung“, wie sie im Nationalsozialismus praktiziert worden war, so lässt die Gruppe auf ihrer Homepage wissen. Darüber hinaus strebten sie nach Unabhängigkeit von „Markt- und Stilkonjunkturen“. Gegenwärtig zählt die „Künstlergruppe50 Wiesbaden“ achtzehn Mitglieder. Alle leben und arbeiten in Wiesbaden oder im Umland: eine Voraussetzung für den Beitritt. Man trifft sich zwölfmal im Jahr. In diesem Verbund engagieren sich Mitglieder für bestimmte Aufgaben oder Gruppenvorhaben. Ansprechpartner ist Frank Deubel, zugleich der Schatzmeister: wiewohl er nicht so genannt wird. Die Fünfziger erheben Mitgliedsbeiträge – 60 Euro im Jahr –, erhalten Spenden und Fördermittel, mit denen sie unter anderem Ausstellungen und Kataloge finanzieren.

Neben der Anbahnung, Planung und Organisation gemeinsamer Ausstellungen hat sich die Gruppe Ausstellungsbesuche zur Aufgabe gemacht. Man fährt beispielsweise zur documenta. Stella Tinbergen porträtierte die Gruppe im Film „Kunst als Schlüssel zur Existenz“ sowie in einem kurzen Dokumentarfilm. Was kaum einer in Wiesbaden weiß: Die Gruppe ist, so Mitglied Tom Sommerlatte, „die wohl älteste Künstlergruppierung in Deutschland“. Wie gern würde man das im nationalen Kontext erhärtet sehen; vielleicht fasst ja die bevorstehende Jubiläumsschau einmal nach. Sommerlatte attestiert der Gruppe bemerkenswerte „Lebendigkeit“ sowie Offenheit „für ein breites Spektrum von Ausdrucksformen“ und künstlerische Medien. Seiner Einschätzung nach besteht „ein hohes Anspruchsniveau“. Authentizität, ein vorzeigbares Werk, eine integre Persönlichkeit und Ideologiefreiheit seien Pfeiler erfolgreicher Mitgliedschaft. Ein ideologisch aktivistisch engagierter Künstler hätte also hier keine Chance. Prägende Mitglieder waren unter anderem Christa Moering oder Oskar Kolb.

Während gegenseitige Atelierbesuche selten sind, diskutiert man bei den Treffen künstlerische Themen, die die Mitglieder selbst einbringen.Viel bedeuten die internationalen Kon­takte. In Wiesbadens Partnerstädten wird die Gruppe mit offenen Armen empfangen, zeigt ihre Arbeiten in Ausstellungen von San Sebastian bis Istanbul. Darüber hinaus organisiert sie im Zweijahresturnus eine gemeinsame Ausstellung auf heimischem Boden: in Wiesbaden oder dem Rhein-Main-Gebiet,  stellte auch schon in Berlin aus. Alle zehn Jahre erscheint eine Publikation im Eigenverlag. Außerhalb dieses Taktes gab die Gruppe dieses Jahr Ricarda Peters „Emporio del Sale“ heraus.

Jetzt werfen große Ereignisse ihre Schatten voraus, genauer: ins Kunsthaus Wiesbaden. Dort wird die Jubiläumsschau zum 75-jährigen Bestehen vorbereitet. Die Eröffnung ist für Oktober 2025 vorgesehen, über den Titel ist noch nicht entschieden. Der Name einer Kuratorin geistert bereits durch die Stadt, Sommerlatte indes nennt auf Anfrage keine Namen: Kurator oder Kuratorin würden demnächst vom Kunsthaus bekannt gegeben. Handelt es sich um die größte Ausstellung, die die „Künstlergruppe50 Wiesbaden“ jemals bestritt? Der Gedanke liegt nahe, doch Sommerlatte stellt die gute Gegenfrage: „Wie ist Größe definiert?“ Hinsichtlich der Zahl der Exponate seien, so weiß er, Ausstellungen in der Vergangenheit sicherlich von vergleichbarer Größe gewesen und selbst „vom Prestige her“ dürften einige „vergleichbar beeindruckend“ gewesen sein. Schließlich stellte man im Anna Achmatowa Museum in Sankt Petersburg oder in der Akademie in Breslau aus.

Nun steigt die Spannung: Zum 75. Geburtstag darf man gewiss eine aufregende, facettenreiche und informative Schau erwarten, insbesondere dann, wenn eine renommierte Kunsteinrichtung Regie führt. Das Besondere der Jubiläumspräsentation, formuliert Sommerlatte elegant, könnte seitens der Stadt und der Medien die offizielle Würdigung einer Künstlergruppe sein, „die langlebiger ist als der Rhythmus der Stilphasen im zeitgenössischen Kunstgeschehen“. Offenbar sieht er hinsichtlich der Rezeption Luft nach oben.  

In der Ausstellung sind alle aktuellen Mitglieder vertreten, zusätzlich sollen Werke von verstorbenen gezeigt werden, unter ihnen Moering. Arbeiten werden versammelt sein, so Sommerlatte, „die etwas über die Evolution der Gruppe aussagen“. Und was ist das „Tolle“ an ihr aus Sicht des Insiders? Dass sie sich inmitten temporärer Hypes „immer wieder erneuert hat“ und dennoch „ihrem Gründungsgeist treu geblieben ist“, der „nach der ‚Kunst-Diktatur‘ im Dritten Reich“ die „Freiheit von Vorgaben und Ideologien und die individuelle Entfaltung von Künstler-Persönlichkeiten“ zur Maxime erhob.

„Kunst ist im Verein am Schönsten“, lautet ein Wahlspruch der „Walpodenakademie  Mainz“. Die Walpoden sind als Gruppe ein knappes Vierteljahrhundert alt und verstehen sich als Soziale Plastik. Alles begann in den 1990er Jahren mit einem freien Kunstprojekt auf zwei Kelleretagen im Hinterhof der Walpodenstraße, wie sich Walpoden-Sprecher Stefan Brand erinnert. In der Galerie Walpodenstraße 21 „traf sich die Alternativkunstszene zum Feiern und Projekte aushecken“. Brand lebte 1996 in Bingen, studierte Jura und spielte bei der Wiesbadener Performancegruppe „Inox Kappell“, die wiederum in der Galerie Walpodenstraße den „Wespenclub“ betrieb. 1997 präsentierte Brand dort sein partizipatives Aktionskunstprojekt „Die eigene Partei“. Bald wurden die Veranstaltungen zahlreicher, man organisierte sich im Mainzer Kunstverein Walpodenstraße 21 e.V. Nach dem Verlust der Kellerräume – dort war gar Superpromi Michel Houellebecq, einer der faszinierendsten Poeten und Schriftsteller Frankreichs, zu Gast – konnten Brand, seine Lebensgefährtin Tanja Roolfs und „ein harter Kern Walpoden“ die Gruppe im Jahr 2000 am Leben erhalten, während Mitinitiator Paul Esser-Kukulka abgesprungen war. Aktuelle Adresse ist die Neubrunnenstraße 8. Um sichtbar ans Gruppenmotto anzudocken: „wir bilden uns ein, wir bilden aus“, firmiert dieser Ausstellungsraum als „Walpodenkakademie“: „fällt alles unter den erweiterten Kunstbegriff“, sagt Brand. Längst hat er die Juristerei an den Nagel gehängt zugunsten seiner konzeptuellen Aktionskunstkonzepte. Die Walpoden sind wendig, ambitioniert und professionell aufgestellt. Der rund 50 Mitglieder starke Verein hat eine Satzung und einen dreiköpfigen Vorstand, der über die Aktivitäten entscheidet und sie koordiniert, darunter die RAUSAUFSLAND!-Aktionen. Neben Brand bilden den Vorstand Ralf Thorn, der 2. Vorsitzende, und Roolfs als Schatzmeisterin. Ein jährlicher Mitgliedsbeitrag in Höhe von 45 Euro ist zu entrichten; die Premiummitgliedschaft kostet 180 Euro und erlaubt dem Mitglied pro Jahr eine Einzelausstellung in den Vereinsräumen.

Öfter arbeiten auch zwei oder mehrere Künstler für ein bestimmtes Projekt zusammen. Brand eröffnete im September mit „Duets & Duels“ eine Gruppenschau, an der Vereinsmitglieder beteiligt sind. 2011 hatte das freie Experimentalmusik-Kollektiv Watercoloured Well seine Geburtsstunde – das englische „well“ meint den Brunnen im Straßennamen Neubrunnenstraße –, bei dem Walpoden mit von der Partie sind. Walpoden denken gerne um die Ecke und über City Limits hinaus. Beispielsweise kooperierten sie mit Dirk Huelstrunk und Carsten Olbrich: Freunden aus Frankfurt. Unterdessen „mischen Bernd Schneider und Nicolaus Werner aus Wiesbaden in beiden Szenen mit“ (Brand). Internationale Kollegen sind in Mainz ebenfalls hoch willkommen. Neben Interdisziplinarität zeichnet Internationalität die Walpoden aus.

Lustigerweise erscheint ihr aufsehenerregender Name, historisch betrachtet, wenig kompatibel mit dem zwar nicht eben anarchischen, sicherlich aber eher phantasie- statt obrigkeitsorientierten Treiben der Gegenwartswalpoden: was man aber durch die Ironiebrille sehen könnte, ein wenig wie bei der Lach- und Schießgesellschaft. Denn: Walpoden waren ursprünglich mit Herrschafts- und Vollzugsbefugnis ausgestattete Personen, die für die öffentliche Ordnung sorgten, notfalls mit Polizeigewalt. Angenehmerweise betrachtet die Gruppe die Bezeichnung als „genderfluid“. Selbst genderlinientreue Berichterstatter brauchen also keine Zeilen schinden mit Walpodinnen und dergleichen und dürfen dennoch ein gutes Gewissen haben. Als nächste Großveranstaltung steht bei den Mainzer Künstlerinnen und Künstlern die 25-Jahr-Feier ins Haus: „Wir verraten noch nichts!“

Dabei werde der Arbeitsaufwand für den ehrenamtlich betriebenen Verein immer größer. Gerechte Arbeits(ver-)teilung ist ein Traum, sprich „ausbaufähig“. Brand: „Wie so oft machen wenige viel.“ Das aber kann konstruktiv sein: „Manchmal spinnen wir nur kreativ herum und es entsteht eine Idee, die nicht selten in einem Projekt realisiert wird.“ Bisweilen entwickele sich auch aus dem Thema einer Ausschreibung „spielerisch ein tragfähiges Konzept für zeitgenössische Kunst à la Walpodia“. Dabei gibt es klare Grenzen: „Finanzielle Interessen, Verkäuflichkeit und gefälliger Kultur-Populismus bleiben bei uns außen vor“. Zu recht hat Brand den Eindruck, „dass in der offiziellen akadämlich geprägten Kunstszene derzeit immer wieder die gleichen Themen beackert werden“. Da wollen die Mainzer nicht mitmachen: „Wir machen nur, zu was wir Lust haben und wovon wir glauben, es überzeugend und mit Spaß und Inhalt rüber bringen zu können“. Das Walpodenpublikum kann Gift darauf nehmen, keine Allerweltskost serviert zu bekommen, sondern: „verrückte Ideen, aber mit Konzept“. Schwer ist es gleichwohl, Zuwachs zu generieren für diese muntere, vielseitige und ideenreiche Truppe, „weil viele sich“, so Brand, „nicht mehr festlegen oder Verantwortung übernehmen wollen“. Klingt nicht gut und macht nachdenklich. Die meisten Beitritte verschafft immer noch eine erfolgreiche Gruppenschau.

Ganz anders ist die Lage auf der anderen Rheinseite. In der Geschichte der „Künstlergruppe50 Wiesbaden“ habe nie Mangel an Kandidaten bestanden, die sich um eine Mitgliedschaft bewarben, weiß Sommerlatte. Die Aufnahmeentscheidung hänge davon ab, wie ein Kandidat selbst den Nutzen der Mitgliedschaft einschätzt und die Gruppenmitglieder Persönlichkeit und Oeuvre bewerten. Ein wichtiger Punkt ist der Lokalbezug. Ein Mitglied sollte in der näheren Umgebung zuhause sein, weil die Gruppentreffen in Wiesbaden stattfinden. Alle sollen möglichst oft daran teilnehmen können. Interessant, dass die Gruppe keineswegs stark wachsen will und maximal zwei Neuaufnahmen pro Jahr abnickt, „um die gewachsene Gruppenkultur wahren und neue Impulse integrieren zu können“ (Sommerlatte).

Die Walpoden sind prinzipiell für jedermann offen, haben aber offenbar schon Erfahrungen unangenehmer Art gemacht. Brand: „Wir ziehen auch Außenseiter an, die können manchmal sehr anstrengend sein.“ Brand nennt Sozialverträglichkeit als wichtige Beitrittsvoraussetzung. Selbstsüchtige Egomanen? Nein, danke. Was genau bringt es dem Einzelnen, Mitglied zu sein? „Allein machen sie dich ein“, zitiert Brand die Rockband „Ton Steine Scherben“. Seine Antwort darauf? Ein Walpoden-Credo ebenfalls musikalischer Natur. Brands mit leicht ironischem Unterton komponierter und selbst getexteter Song „Kunst ist im Verein am schönsten“ wurde gemeinsam mit den Mitgliedern aufgenommen und auch schon live performt. Um Neuzugänge zu generieren, lässt man sich alles mögliche einfallen: Dieses Jahr hatte der Walpoden Art Walk (WAWA) am Rhein Premiere, woraus die kollektive Ausstellung „Down under Schierstein Bridge“ mit Fundstücken, Fotos, Prints, Videos und einer Audioinstallation entstand. Im Dezember erscheint unter dem Kollektiv-Namen „Die Walpoden“ das Album „Down under Schierstein Bridge“.

Unweit der Schiersteiner Brücke stößt man – r(h)einer Zufall – auf eine weitere Wiesbadener Künstlergruppe, beziehungsweise dort erschließt sich deren Namensgebung. Die Gruppe „505 – Kunst am Rhein“, die zurzeit sieben Mitglieder zählt, bezieht sich auf eben diesen Rheinkilometer nicht von ungefähr. Schierstein ist der Herzensort von Wolfgang Blanke, der zur See gefahren ist, große Segeltouren absolviert hat und aufs Boot springt, wann immer es möglich ist. Er ist buchstäblich auf dem Rhein zuhause, aber nicht nur, sondern schuf sich fußläufig zum Ufer eine strahlende Bleibe mit Atelier ganz nach seinen Vorstellungen: für das Landrattenleben zwischen den Trips.

2024 bricht die Gruppe auf vom Rhein zum Wein. Sie verwirklicht ein Vorhaben in Rheinhessen: „Unser nächstes Projekt ist eine Ausstellung in der Manfred Bernhardt Stiftung in Undenheim“, so Blanke. „505 – Kunst am Rhein“ ist kein Verein, betont der Wasser-Mann. Es gibt keine Rechtsform, die Kosten werden umgelegt und man trifft sich unregelmäßig alle ein bis zwei Monate. Reicht ja auch, um sich wieder mal freundschaftlich kollegial zu drücken und Pläne zu schmieden zum künstlerischen Weiter- und dem weiteren Vorankommen im Kunstbetrieb. Vielleicht mal in den Wellen lesen? Ein großes Natur-Kunstwerk, das Reisende und Künstlernaturen magisch anzieht und mitreißt von den Schweizer Ursprüngen bis nach Rotterdam, hat zumindest Blanke jeden Tag vor Augen: den Rhein. Während Stefan Brand himmelwärts blickt und findet: „Alltag ist ein Tag im All“.